Geschichte

Wir alle haben meist recht klein angefangen und uns dann mit den Jahren zu dem entwickelt was wir heute sind.

Meine Geschichte begann so richtig als ich damals mit gut 18 oder 19 Jahren im östereichischen Magazin „WIENER“ einen Artikel sah der mich sofort in seinen Bann zog, darin ging es um einen Wiener Künstler der gerne Abformungen gemacht hatte, um dann aus den Negativ-Formen Skulpturen herzustellen.

Das seine Skulpturen alle immens extremst geschnürte Taillen aufwiesen war auch nicht wirklich verwunderlich, da eben genau das Korsett sein absoluter Fetisch war.

Mich hat der Artikel damals fast vom Hocker gerissen und war erstaunt das so ein Magazin derartig gut fundierte Artikel veröffentlicht hatte.

Etwas später fand ich dann einen Artikel über die Thematik LATEX die mich wiederum immens fasziniert hatte, dürfte 1988 rum gewesen sein.

Die Latex Mode von damals ist natürlich mit der Latex Mode von heute absolut nicht zu vergleichen, man kann sagen zu der Zeit steckte sie noch in den Kinderschuhen, und wurde auch noch nicht derartig propagiert, und wer diesen Fetisch hatte galt eher noch als Freak, heute ist das alles ja ganz anders.

Ich hab dann über dieses Magazin dann den Kontakt zur LIBERTINE Wien gefunden, da ich bis zu dem Zeitpunkt fast am verzweifeln war, die einzigste Person zu sein die derartig masochistisch devote Gelüste haben soll, und es sonst keine weiteren geben würde. War eine sehr unlustige Zeit.

Über die LIBERTINE Wien und deren „Magazin“ bin ich dann informiert worden das es auch eine Gruppierung im Westen gab, da mir Wien dann doch immer zu weit war, damals noch in Vorarlberg gelebt und Wien ist halt einfach gut 700 – 800km entfernt, selbst mit Zug zum mal schnell hinfahren einfach zu weit weg.

Über die Innsbrucker, dann wieder andere Leute kennen gelernt, da dann mit in den Laden SIOUXSIE mitgenommen worden und als das erste mal ich in der Latexabteilung stand wollt ich nicht mehr gehen. Freundlicherweise durfte ich einiges anprobieren auch wenn ich noch so gar nicht genau wusste was genau mir gefallen würde, am liebsten hätt ich alles mitgenommen.

Ging natürlich nicht, aber irgendwann hatte ich mich entschieden und hab mir das eine und andere Teil kaufen müssen.

Jahre später, dürfte 1996 rum gewesen sein, habe ich in einem regionalen Blatt eine Artikel gelesen in dem ein Fotograf in Hohenems, namens Andreas Ender, einen Artikel veröffentlicht hatte in dem man unter anderem mit Handschellen gefesselte Frauen zu sehen bekam.

Hat mich natürlich immens neugierig gemacht, hab den Fotografen dann mal kontakiert, den besucht, kennen gelernt, als Freund gewonnen, und dann ruft der mich an, ob ich Zeit hätte für ein Shooting, ein Freund von ihm wäre grad im Lande, frisch zurück aus Zypern, und hätte von mir gehört und wolle Bilder machen, der Name des Fotografen war Christian Holzknecht.

Die beiden haben dann im Wechsel fotografiert, und erst da hab ich dann zum ersten mal feststellen müssen, wie anstrengend es sein kann vor der Kamera zu stehen, oder zu agieren, wenn man noch explizite Anweisungen bekommt wie man den Kopf zu drehen hat, wie die Hände und Arme sein müssen, wie die Körperspannung sein sollte, und und und ….

 

Kein Zuckerschlecken, und einfach ein KnochenJob.

Spass hats aber dennoch immensen gemacht und irgendwie war das ganze Posen an sich schon wieder ein leichter Hauch von SM, da es nicht nur immens anstrengend war sondern mich auch extrem erregt hatte, wenn auch körperlich nicht sichtbar erregt.

Aus diesem Shooting ist dann eine weitere Freundschaft entstanden und daraus haben sich wieder neue Shootings ergeben, und so hats eben angefangen mit der ganzen Geschichte.

Im Nachhinein gesehen ist das was damals passiert ist genau das Richtige dessen gewesen was mir passieren hat können, ich hatte die Möglichkeiten mich auszuprobieren, und irgendwie zu versuchen mein inneres Ungleichgewicht mit diesem Fetisch auszugleichen.

Genau genommen wars ja kein Fetisch, es war Kleidung so wie ein egal welches sonstige Textil, es war eine Möglichkeit einer Ausdrucksform, speziell für mich, um zumindest einmal oder paar mal im Leben mein optisches Äusseres meinem inneren Spiegelbild anzugleichen.

Natürlich war es kein Ersatz, aber die Stunden SEIN zu dürfen was man gerne sein wollte waren immens erleichternd und befreiend.

Den Fetisch Latex hab ich dann gute 18 Jahre zum Teil fast schon exzessiv ausgelebt, und gerne dabei übersehen das es auch noch etwas anderes gibt als das eine, und erst viel später erkennt man oft und schon fast zu spät was man sich alles verwehrt hat weil man sich so schlimm an diese eine Ausdrucksform geklammert hat.

Andererseits muss ich auch sagen, Latex war nie ein Fetisch für mich, es war Kleidung, auch wenn andere das gerne anders sehen wollten oder immer noch sehen wollen, und so bin ich auch gerne mal auf das eine oder andere Strassenfest in Fullrubber hingegangen, mit Korsett und Maske, weils einfach für mich unakzeptabel war inkomplett da zu erscheinen.

Einen gewissen Extremismus konnte man mir damals sicherlich auch unterstellen, allerdings hab ich den heute auch noch, wenn auch nicht mehr so arg ausgeprägt.

Viele Jahre später gabs dann wieder diverse Shootings, zum Teil im Studio, zum Teil Outdoor, mitten drin zwischen irgendwelcher Outdoor Aktionen, wo es einfach nur immensen Spass bereitet hatte, sich so auszuleben.

Würde ich hier alle Bilder zeigen wollen die so in den Jahren entstanden sind, würde dies wohl etwas den Rahmen des erträglichen sprengen.

Aber ich werd sicherlich noch den einen und anderen Einblick gewähren.

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